Sein oder Nichtsein – das ist hier im Museum die Frage …

Donnerstag, 09. Februar 2023 um 20 Uhr

Foto: Simon Hegenberg


Im Februar beginnt mit “HAMLET! (leicht gekürzt)” die neue Saison der bekannten Veranstaltungsreihe „TiM – Theater im Museum“ in der Villa Erckens. Die pointierte Kostprobe an diesem Abend wird eingerahmt von den besten Texten und Liedern aus der reichen Rezeptionsgeschichte des “Stücks der Stücke”.

Das berühmteste Drama der Weltliteratur, in dem der junge Dänenprinz vom Geist seines ermordeten Vaters zur Rache aufgefordert wird, kennt nun wohl wirklich jeder – aus zahlreichen Verfilmungen, als Schulstoff im Englischunterricht, als verstaubten Buchrücken in gutbürgerlichen Bibliotheken, als Bildmotiv in den bildenden Künsten und aus unzähligen Zitaten, Anspielungen und Querverweisen. Achso. Und natürlich aus dem Theater, wo dem Klischee nach ein bildungsbeflissenes Publikum dem nicht morden wollenden Prinzen in nicht enden wollenden Stunden beim Zögern, Zaudern, Sinnieren und schließlich dann doch beim Morden zusieht. So schlimm ist es in der Realität zwar zum Glück fast nie, aber es ist dennoch längst überfällig, sich dem schweren Stoff von der humoristischen Seite zu nähern und in einem abenteuerlichen Parforceritt die ganze Geschichte, die ungekürzt ca. sieben Stunden dauert, in einer deutlich kürzeren Variante auf die Bühne zu bringen (Szenische Einrichtung: Alexander Olbrich). Spielort am 09. Februar 2023 um 20 Uhr ist das Museum der Niederrheinischen Seele – Villa Erckens.

Eintritt: 12 Euro, Schüler/Studenten/Ehrenamtskarte: 6 Euro

Kartenreservierungen können beim Ticketportal Reservix und unter 02181/608-656 oder erfolgen.

Die Reihe “TiM – Theater im Museum” wird gefördert durch den Rhein-Kreis Neuss.

Knollige Ansichten im Dachgeschoss der Villa Erckens

Vom 25. Januar bis zum 30. April 2023

Das neue Jahr beginnt mit einer neuen Ausstellung im Museum der Niederrheinischen Seele: “Erdäppel und Tuffel – Künstlerisches & Historisches rund um die Kartoffel”. Als seltene Zierpflanze landete sie zunächst in den ersten botanischen Gärten Europas gegen Ende des 16. und zu Beginn des 17. Jahrhunderts. Schön, selten und exotisch erschien die „Solanum tuberosum“ den Zeitgenossen. Ihr Weg in die weltweiten Speisepläne hatte sie noch längst nicht angetreten: gefährlich war das hochgiftige überirische Kraut der Kartoffel, das zunächst in den Verzehr ging, zahlreiche Opfer forderte und ihr noch 2022 den Titel „giftigste Pflanze des Jahres“ bescherte.

Der besondere Geschmack der nahrhaften, vitaminhaltigen und unteririsch gedeihenden Knolle war noch unentdeckt, doch bereits 1621 rund 50 Jahre nachdem die Pflanze in Spanien nachgewiesen wurde und rund ein Vierteljahrhundert nach ihrer Kultivierung in England, schrieb der Benediktinerabt Caspar Pautz Kochrezepte rund um die Kartoffel nieder. Die Tartuffel – wie sie im 17. Jahrhundert im deutschsprachigen Raum noch hieß und damit an italienische und lateinische Wortwurzeln erinnerte – stieß, trotz enthusiastischer Landesherren wie dem Markgrafen Christian von Bayreuth, auf die Skepsis der Bauern. Dass das ursprünglich aus dem Andenraum Lateinamerikas stammende Nachtschattengewächs schon bald Europas Hunger würde stillen können, bedurfte noch des gesamten 18. Jahrhunderts. Legendär ist die „Circular Ordre“ des Preußenkönigs Friedrich II., der seinen preußischen Untertanen, die dort erst seit 1738 zögerlich angebaute Feldfrucht, in besonderer Weise „begreiflich“ machen sollte.

Aber bereits im 19. Jahrhundert stand die Kartoffel ganz oben auf den Speiseplänen: gleichwohl war der Siegeszug dieser Nahrungsmittelmonokultur mit verheerenden Folgen verbunden: Die Kartoffelfäule führt im Irland der Jahre 1845 bis 1848 zu großen Missernten und zu einer landesweiten Hungersnot, die nicht nur mehr als eine Million Menschenleben kostete, sondern in der Folge eine millionenstarke Auswanderung in die Vereinigten Staaten einleitete. Heute ist das widerstands- und anpassungsfähige Gewächs nahezu auf dem gesamten Erdball zu finden. Auf mehr als 18 Mio Hektar werden rund um den Globus rund 376 Millionen Tonnen Kartoffeln geerntet und allein in Deutschland, dem sechstgrößten Kartoffelproduzenten und dem drittgrößten Exporteur sind mehr als 270.000 Hektar dem Kartoffelanbau gewidmet. Auf den fruchtbaren Lößböden rund um Grevenbroich gedeiht die Kartoffel nicht nur für die Zubereitung im Kochtopf, sondern auch als Industriekartoffel für Pommes und Chips. Seit 1968 schließlich werden in Wevelinghoven Chips hergestellt, deren Kartoffeln aus den unmittelbaren Anbau der Region stammen.

Die Ausstellung „Erdäppel und Tuffel – Künstlerisches & Historisches rund um die Kartoffel“, die vom 25. Januar bis zum 30. April 2023 im Dachgeschoss der Villa Erckens zu sehen ist, wirft literarische und historische Schlaglichter und reflektiert mit den Arbeiten des Düsseldorfers Erwin Nöthen (1935-1922) und der Leverkusenerin Jutta Schmücking die besondere kreative Kraft dieser Nutzpflanze. Mit der Arbeit von Marielle Petersen und Anno Windscheid sind im Rahmen der ausstellungsbegleitenden Publikation “Kartoffeln verdichtet” zahlreiche literarische Quellen rund um die Kartoffel aus fünf Jahrhunderten zusammengetragen worden.

Ausstellungseröffnung: Mittwoch, 25. Januar 2023 um 19.30 Uhr

“Nulli und Priesemut” auf der Kinderkulturbühne – AUSVERKAUFT

Mittwoch, 25. Januar 2023 um 15 Uhr

Der Januar ist oft der langweiligste Monat im Jahr und fühlt sich trist und grau an? In der Villa Erckens jedenfalls nicht – hier geht’s bunt und fröhlich in die neue Saison der Kinderkulturbühne 2023: Die “Koblenzer Puppenspiele” präsentieren an diesem Nachmittag im Museum Villa Erckens zwei kurzweilige Stücke kompakt in einer Aufführung:

„Angsthase! Pfeffernase!“:
Nulli fürchtet sich vor Spinnen! Aber hat sich kürzlich nicht auch Priesemut ganz schön gefürchtet, als es draußen vor dem Fenster so unheimlich raschelte? Für seine Ängste braucht man sich nicht zu schämen und man kann sogar etwas dagegen tun …

Thema: Ängste und wie man sie besiegen kann

„Ausgelacht!“:

Der Hase Nulli und der Frosch Priesemut sind die dicksten Freunde. Doch als das Schweinchen Schorschi zu ihnen stößt, sich über Priesemuts Aussehen lustig macht, wird die Freundschaft der beiden auf eine harte Probe gestellt.

Thema: Mobbing / Freundschaft / Zusammenhalt

Die Vorstellung eignet sich für Kinder ab 3 Jahre, Spieldauer insgesamt ca. 45 Minuten (Foto: Koblenzer Puppenspiele)

Eintritt: 6 Euro
Karten & Infos: 02181-608656 oder 02181-608654 sowie per E-Mail an

Kinderkulturbühne 2023: Stefan Strohhut

Sonntag, 22. Januar 2023 um 15 Uhr

Im neuen Jahr geht es wie gewohnt kunterbunt auf der Kinderkulturbühne im Museum Villa Erckens zu. Den Anfang macht der musikalische Stefan Strohhut, der Lieder von lustigen Tieren und spannenden Erlebnissen singt. Die Kinder dürfen dabei natürlich mitsingen, mitspielen und mittanzen. Ein Nachmittag, den sich kleine Musikfans nicht entgehen lassen sollten.

Eintritt: 6 Euro
Karten & Infos: stadt-grevenbroich.reservix.de oder 02181-608656 und

Klassische Highlights im Kloster

So. 12.02.23 / So. 19.03.23 / So. 22.10.23 / So. 12.11.23 und So. 03.12.23 jeweils um 16.30 Uhr

Der Fachbereich Bildung und Kultur der Stadt Grevenbroich lässt auch 2023 wieder die Herzen der Klassik-Fans höher schlagen: Die Klavierwerke Carl Philipp Emmanuel Bachs (1714-1788) und seines Bruders Johann Christian Bach (1735-1782), die den Besucher*innen der diesjährigen Konzertreihe unter anderem nähergebracht werden, skizzieren den weit gespannten Bogen des aktuellen Programms.

Am Sonntag, 12. Februar werden Violina Petrychenko (Klavier) und Vitalii Nekhoroshev (Klarinette) die diesjährige Klassikreihe im Kloster Langwaden mit einem wunderbaren Konzert mit Werken von Schumann und Brahms eröffnen (Foto: Herand Müller-Scholtes), bevor am 19. März dann die Pianistin Anna Khomichko zu Gast sein wird. An diesem Nachmittag werden den Besucher*innen Werke von Bach, Clementini und Mozart präsentiert. Fortgesetzt wird die fünfteilige Reihe dann am 22. Oktober – und zwar mit der mehrfach ausgezeichneten Pianistin Nini Funke, die mit Werken von Brahms, Grieg und Schubert das Publikum begeistern wird. Am 12. November werden dann gleich zwei Herren im Kloster gastieren – Hachidai Saito (Geige) und Tommaso Graiff (Klavier). Freuen darf man sich an diesem Nachmittag auf musikalische Darbietungen aus dem Repertoire von Beethoven, Mozart und Dvorak. Für den krönenden Abschluss sorgen am 03. Dezember dann Hanneke Rouw (Cello) und Eke Simons (Klavier), die mit Werken von Brahms und Grieg ihr Talent unter Beweis stellen. Ein rundum gelungenes Jahresprogramm, das seinesgleichen sucht.

Die Konzerte beginnen jeweils um 16.30 Uhr, Aufführungsort ist der „Stefanssaal“ des Klosters. Einzelkarten gibt es  in der Villa Erckens oder unter www.stadt-grevenbroich.reservix.de zum Preis von 14 Euro.

Für Liebhaber der klassischen Musik bietet der Fachbereich Bildung/ Kultur der Stadt Grevenbroich die Reihe auch als Abonnement an. Das Abo kostet 60 Euro für fünf Konzerte im Jahr 2023. Die Vorzüge der Abonnenten sind neben dem Preisvorteil gegenüber dem Einzelkartenkauf reservierte Plätze, eine Museumsfreikarte und eine Ermäßigung im Klosterrestaurant.

Hier geht’s zum Programmflyer: Konzerte im Kloster 2023

Weitere Informationen beim Fachbereich Bildung/ Kultur, Carmen Esser unter 02181/608-657 oder per Mail an .

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