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Este Galashire

Kommunikations-Codes

Im Laufe unserer Evolutionsgeschichte entwickelten wir Sprache als ein hoch spezialisiertes Kommunikationsinstrument, und darüber hinaus die Schrift als künstliches Kommunikationssystem auf ihrer optischer Grundlage. Auch wenn sich heute die Bedingungen dafür mehr denn je in einem Prozess zunehmender Individualisierung grundsätzlich verändert haben, bleibt Kommunikation immer in vielschichtiger Weise an Bedeutungszusammenhänge gebunden und ist als ein Prozess zu verstehen, der an Information, Wahrnehmung und Identifizierung gekoppelt ist. (...)

 

 

Este Galashire

Eiko Sabela - Gastkünstler

Wahrscheinlich beeinflusst durch die Welt des Magisch-Rituellen, sind viele Zeichen und Symbole dieser frühen Epoche nach wie vor rätselhaft geblieben. Hier knüpfen die CODES des Kölner Künstlers und Bildhauers Eiko Sabela an. Der Gast dieser Ausstellung ist nicht nur Mitglied verschiedener Künstlergruppen, sondern hat auch die Galerie und Ateliergemeinschaft „Blaues Haus“ in Köln mit begründet, wo er als Kurator und Galerist tätig ist. Allein im Jahr 2006 nahm er auf der „Liverpool Biennale“, auf dem „Berliner Kunstsalon“ und der „Art Fair“ in Köln teil, wo er für den April 2008 als Mitinitiator auch die TEASE Art Fair vorbreitet, - eine neuen Kunstmesse für eine junge experimentelle Kunstszene auf nationaler und internationaler Ebene. Seit 2003 beschäftigt er sich mit seinem Thema „Codes“, dem auch die ausgestellten Exponate untergeordnet waren. Er sieht sie in einem Zusammenhang mit längst vergangenen, für uns auch in Vergessenheit geratenen Kulturen. (...) Indem sich der Betrachter mit diesem auseinandersetzt, kann es ihm möglicherweise gelingen, über die Vielschichtigkeit und dem Reichtum alter Kulturen einen Zugang zu finden zu verloren Geglaubtem, Vergessenem, vielleicht auch nie Gekanntem. (Werte und Ethik). In seinen Arbeiten vollzieht Eiko Sabela nicht nur durch die Formensprache eine Rückbesinnung, das gelingt ihm auch, indem er sich auf archaische Materialien und Verfahren besinnt: seine Serie „Briefe“ entstand im Prägedruck oder auch Blinddruck (Reliefdruck), einer Vorgehensweise, bei der die Zeichnungen als Halbrelief so auf das Papier vervielfältigt werden, dass sie sozusagen „erhaben“ hervortreten. (...). Die fast lebensgroßen Plastiken „Schlafendes Tier“ aus der Serie der „Schamanen“ und „Wächter II“ aus der Serie der „Wächter“ entstanden aus Eisen und Bronze, ein für das Altertum spezifisches Material und ähneln in ihrer Ausführung und im Ausdruck ägyptischen Statuen oder Götterdarstellungen. Mit seinen ausgestellten Plastiken und Drucken leitete Eiko Sabela den Betrachter in die Richtung einer „Ars Memoriae“, die in sich wirkend die Botschaft einer Rückbesinnung auf die frühe Menschheitsgeschichte und ihrer Hochkulturen beinhaltet.

 

Este Galashire

Este Galashire

Die Dekodierung der phänomenalen Welt, durch die wir unsere Wahrnehmung konstruieren, ist auch der künstlerische Ansatzpunkt der gebürtigen Neusserin Este Galashire. Sie arbeitet als freischaffende Künstlerin in Köln, wo sie auch als Mitglied verschiedener Künstlervereinigungen (u.a. GEDOK) an zahlreichen Ausschreibungen und Projekten mitgewirkt hat. In ihren Ausstellungen verfolgt sie politische, kultur- und gesellschaftsrelevante Themen wie „Migration“, „Identität“ und „Menschenrechte“ und bezieht auf künstlerischer Ebene dazu kritisch Stellung. Für etliche ihrer Arbeiten und Aktionen wurde sie auch ausgezeichnet. Die Archäologin spezialisierte sich innerhalb ihres künstlerischen Schaffens auf die Bereiche von KOMMUNIKATION und WAHRNEHMUNG mit den Schwerpunkten Steganographie (im Sinne von „verborgenem Schreiben“), Kryptographie (im Sinne von „verschlüsseltem Schreiben“) und Code-Design. Deren Aspekte und Problematik wurden ab 2005 auf PAPIER als dem am besten geeigneten Material ihrer „mindcodes“ visualisiert. Die Tatsache, dass wir heute in einer Informationsgesellschaft leben und uns mitten in einem weltumspannenden Netzwerk immer fortschrittlicherer elektronischer Kommunikationsmittel bewegen, die wiederum unsere Kommunikations- und Wahrnehmungsformen beeinflussen und verändern, zeigt Auswirkungen: mit der Verbreitung der digitalen Medien hat sich unser Leben verändert. Da wir uns ihr auch mehr denn je mit einer flexiblen, ja rastlosen Lebensweise anpassen, befürchten Soziologen schon eine „Desozialisierung“ der Kommunikation und damit den Zerfall gemeinschaftlicher Identität. Ihrer Papiergewebearbeit „Identity“ legt die Künstlerin den Zusammenhang zwischen Identitäts- und Informationsbildung zugrunde, wobei altes Zeitungspapier aus aller Welt zum Ausgangsmaterial des Webverfahrens wurde. Als ein „Abfallprodukt“ weist es auf seine Bedeutung als schnell verbrauchter Informationsvermittler hin, aus dessen Quellen wir dennoch unsere Meinungsbildung schöpfen, - die wiederum im hohen Maße an der eigenen Identitätsformung beteiligt ist. Das Verweben verweist auf das Verknüpfen von Bedeutungsfragmenten aus einer alltäglichen, beängstigenden Informationsflut. Der Kommunikationsprozess an sich wird in seinen einzelnen Schritten auf der Ebene des künstlerischen Werkprozesses aufgefangen. Die schwarzen und weißen Streifen bilden einen uns allen bekannten Strichcode, mit dem wir täglich zu tun haben, den sog. „Code 39“. Durch ihn wird auf das Alphabet als Code verwiesen und jedem seiner Zeichen ein sog. „Barcode“ zugeordnet.

 

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